Antiquariat, Einzelstücke
Felix Timmermans: Beim Krabbenkocher – Felix Timmermans

Felix Timmermans: Beim Krabbenkocher

Autor
Felix Timmermans
Verlag
Insel, Leipzig
Einband
Gebunden
Zustand
Gut

CHF 8.00

Beschreibung

In Frakturschrift Insel-Bücherei Nr. 508, 21. - 40. Tausend Beim Krabbenkocher Aus dem Flämischen übertragen von Peter Mertens Leseprobe: In jener Zeit, als seine Frau mit einem Husaren durchgebrannt war und sich nicht nach Hause zurückwagte, weil sie sich vor seinem Hammer fürchtete, in jener Zeit war Krabbenkocher auf Irrwege geraten und hatte den Artisten Viktor kennen gelernt. Krabbenkocher nannte man ihn allgemein, aber sein eigentlicher Name war Verhelst. Viktor Dulorier stammte aus Brüssel. Jahre lang war er als Clown mit einem Wanderzirkus umhergezogen; hier blieb er endlich hängen und fing an zu malen. Er fertigte nach Ansichtskarten kleine Gemälde an, die er sonntags in den Kneipen verkaufte. Er bemalte mit Landschaften und Szenen die Veranden, Gänge und Zimmerdecken der kleinen Bürger, die Ladentische der Bäcker, Fleischer und Krämer. In einer Holzbaracke ausserhalb der Stadt, jenseits der Nethe, hauste er. Eines Abends, zur Schifferkirmes, geriet Krabbenkocher in der "Melone" beim Zechen mit Duloier ins Gespräch. Krabbenkocher klagte ihm seine Not, schilderte ihm seine Verzweiflung und seine Rachepläne, und das ging bei ihm nicht ohne Tränen ab. "Vergiss Sie," meinte der Artist, "wie ich es ja auch gemacht habe. Meine Frau war eine richtige Säuferin, jetzt sauf ich manchmal auch. Die Groschen, die ich sauer genug verdiente, indem ich die Leute zum Lachen brachte, denn Clown spielen, ist ein fürchterlicher Beruf, goss sie durch ihre Kehle... An einem schönen Sommermorgen...

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