
Wald AR. Primarschule. 1984. Lehrer Linard Barandun brachte uns Zweitklässlern bei, auf Vogelstimmen zu lauschen, die er in aller Herrgottsfrühe mit seinem Tonbandgerät beim Badweiher in Tobel aufgenommen hatte. Er predigte uns Achtsamkeit - offene Augen und offene Ohren für die Landschaft. Und zu dieser Landschaft gehörten auch die Häuser. Die typischen Appenzeller Kreuzfirsthäuser mit ihren Webkellern zum Beispiel. Ich wuchs in einem solchen Haus auf. In manch einem standen damals noch Kühe im dunklen Stall. Webstühle im Keller gab es nicht mehr. In meinem Elternhaus waren meine Urgrosseltern die letzten Webebauern. Sie besassen fünf bis sechs Chüeli und 4.5 ha Wiesenland. Das Weben hatten sie um 1920 aufgegeben. Als meine Grosseltern 1937 heirateten, wurde die Häämet nur noch als Bauernbetrieb genutzt.