
Shanghai lässt alle anderen Städte der Welt alt aussehen: "Der aufregendste Ort auf dem Planeten", die "Zukunftsmetropole des 21. Jahrhunderts", der "attraktivste Platz für Unternehmer wie für Touristen"... Nirgends wird schneller und kühner gebaut, nirgends hat man sich stärker dem Superlativ verschrieben. Doch der "Kopf des Drachens" hat nicht nur eine glänzende Zukunft vor sich, die Stadt hat auch eine schillernde Vergangenheit: "Paradies der Abenteurer" und "Paris des Ostens" nannte die Metropole am Huangpu in den Zwanzigerjahren. SIe war Synonym für Sex und Sünde, für unermesslichen Reichtum und grenzenlose Ausbeutung, abstossend und anziehend zugleich. Inmitten von Opiumhöhlen und leichten Mädchen rief damals ein Missionar aus: "Wenn Gott dieses Shanghai gewähren lässt, schuldet er Sodom und Gomorrha Abbitte."...