
Gebärdensprache romanischer Architektur und Plastik
Deutlicher als in den anderen europäischen Ländern ist die Romanik im heute deutschsprachigen Bereich von der Polarität zwischen Erdenschwere und Himmelsnähe geprägt. Von der Krypta bis zum vieltürmigen Baukörper mit zwei Chören, von der Rolle des Ornaments bis zur Einbeziehung des plastischen Schmucks in den Innenraum haben insbesondere die romanischen Dome eine besondere Gestalt ausgeprägt.
So beschreibt Elisabeth Bessau vor dem historischen und religionsgeschichtlichen Hintergrund den romanischen Kirchenkranz Kölns, die Dome von Mainz und Worms, die Skulpturen in und am Südquerhaus des Strassburger Münsters, im Bereich des Bamberger Chors und im Naumburger-Stifterchor, die Figuren des Nikolaus von Verdun am Kölner Dreikönigsschrein, die Bilderzählungen an den Portalen von St. Maria im Kapitol in Köln und von Hildesheim, um für die Wahrnehmung die Gestaltung der Räume, die Formen der Architekturelemente, die Motive des Ornaments, Gestik und Mimik der Figuren von ihrem Charakter und Gehalt sprechen lassen. ...