Vom Tanz. Ein Lesebuch“ ist eine umfangreiche literarische Anthologie, die Texte aus verschiedenen Jahrhunderten und Kulturen vereint, um das Phänomen Tanz in all seinen Bedeutungen zu beleuchten. Herausgeber Kurt Neff stellt philosophische, literarische, religiöse und kulturhistorische Texte zusammen, die zeigen, wie unterschiedlich der Mensch Tanz wahrgenommen und genutzt hat.
Das Buch zeigt, dass Tanz eine vieldeutige kulturelle Praxis ist:
In vielen historischen Texten erscheint Tanz entweder als heilige Handlung, die Nähe zum Göttlichen schafft,
oder als verbotene, teuflische Aktivität, die moralische Grenzen überschreitet.
Diese Gegensätze ziehen sich durch die gesamte Kulturgeschichte.
Einige Beiträge beschreiben Tanz als natürliche, körperliche Sprache, die Emotionen ausdrückt, bevor Worte existierten.
Tanz wird hier zum Medium von Freude, Lebenslust, Ekstase oder Gemeinschaft.
Viele der Texte fragen, ob Tanz Ausdruck einer kosmischen Ordnung ist (harmonische Bewegungen, Kreisformen)
oder eines Kontrollverlusts (Ekstase, Rausch, ritualisierte Trance).
Das Lesebuch enthält Auszüge von Dichtern und Schriftstellern, die Tanz beschreiben – mal schwärmerisch, mal kritisch, oft als Spiegel menschlicher Sehnsucht oder sozialer Rituale.
Die Beiträge zeigen Tanz als Ausdruck sozialer Identität, aber auch als Anlass für moralische Debatten, Verbote und religiöse Konflikte.
Tanz wird als Kunstform, sozialer Akt und politisches Mittel betrachtet.
Das Lesebuch macht deutlich, dass Tanz mehr als Bewegung ist:
Er ist Mythos, Symbol, Ritual, Kunst und sozialer Spiegel zugleich.
Durch die Vielfalt der Texte entsteht ein breit gefächertes Bild, wie der Mensch den Tanz immer wieder neu interpretiert – zwischen Himmel und Erde, Ordnung und Ekstase.