Sonia Delaunay, geboren 1885, gestorben 1979 ist eine der Protagonistinnen der modernen Kunst. Ihre ersten abstrakten Bilder malte sie schon um 1911. Als Freundin von Apollinaire, Cendrars, Diaghilew, Tzara und vielen anderen Wegbereitern der modernen Poesie und des modernen Tanzes war sie immer schon darum bemüht, die Künste aus ihrem isolierten, spezialisierten Dasein zu befreien und verschiedene Ausdrucksformen und Poesien miteinander zu verbinden. Sie entwarf als eine der ersten zusammen mit Apollinaire und Cendrars Simultan-Gedichte, die Poesie und Malerei verschränken. Ihre Simultan-Kleider, die bemalten Kunst-Kleider, hat sie gewiss auch deshalb geschaffen, um die einengenden Fesseln der Malerei zu sprengen, sie mit anderen Künste und Kunstfertigkeiten zu verknüpfen. So verstand sie es in einzigartiger Weise, die angewandten Künste mit den Inspirationen der autonomen Künste zu verbinden.
Zusammen mit ihrem Mann Robert entwickelte sie die Theorie über das Primat der Farbe, die sie auch praktisch in ihr OEuvre transferierte. Als erste Frau hatte sie zu Lebenszeiten, 1964, eine Ausstellung im Musée du Louvre.
Das vorliegende Buch über das Leben und Werk der "systemsprengenden" Künstlerin, ist die erste deutschsprachige Ausgabe über Sonia Delaunay.