Vom Ureinwohner zum Weltbürger
Überleben im 21. Jahrhundert
Das Buch „The Survivors – Vom Ureinwohner zum Weltbürger. Überleben im 21. Jahrhundert“ (englischer Titel: The Survivors: Tribes Around the World) von dem Historiker und Kulturwissenschaftler Hendrik Neubauer ist ein grossformatiger Bildband und kulturgeschichtliches Sachbuch. Es porträtiert indigene Völker weltweit, die trotz globalen Modernisierungsdrucks ihre Jahrhunderte alten Traditionen bewahren.
1. Das zentrale Thema: Überleben im globalen Dorf
Neubauer untersucht das Leben von rund 100 ausgewählten ethnischen Gruppen auf verschiedenen Kontinenten. Der Begriff „The Survivors“ (Die Überlebenden) ist hierbei doppeldeutig gewählt: [4]
- Er beschreibt Menschen, die in extremen geografischen Klimazonen (wie Wüsten, Regenwäldern oder der Arktis) überleben.
- Er würdigt Gemeinschaften, die der historischen Kolonialisierung, Ausbeutung und der fortschreitenden Globalisierung kulturell getrotzt haben. [1, 4, 5]
2. Geografische Bandbreite und Fallbeispiele
Das Buch ist als ethnologische Weltreise aufgebaut und stellt Gemeinschaften gegenüber, darunter: [1, 6]
- Die Aborigines (Australien): Fokus auf spirituelle Landverbundenheit (Dreamtime) und den modernen Kampf um Landrechte.
- Die Zulu (Südafrika): Der Wandel von einer stolzen Kriegerkultur zu einer Gemeinschaft, die Tradition und modernes afrikanisches Leben verknüpft.
- Nomadenvölker Asiens und Amerikas: Ethnien, deren Lebensgrundlage durch Klimawandel und staatliche Grenzen massiv bedroht ist. [1, 4]
3. Struktur und inhaltliche Fragestellungen
Jedes Kapitel widmet sich einer Volksgruppe und beleuchtet die Gegenwart unter dem Mikroskop. Dabei stellt Neubauer drei Leitfragen: [1, 5]
- Spezifische Fähigkeiten: Welche einzigartigen Überlebensstrategien und Naturkenntnisse zeichnen diese Stämme aus? [1, 5]
- Bedeutende Persönlichkeiten: Welche bekannten Männer und Frauen sind aus ihren Reihen hervorgegangen, um ihrer Stimme Gehör zu verschaffen? [1, 5]
- Rechte und Politik: Welche Rechte haben diese Völker im Laufe der Geschichte erkämpft, und wo fordern sie heute ihren Platz in der Weltgemeinschaft ein? [1, 5]
4. Visuelle und erzählerische Vermittlung
Ein tragendes Element des Werkes sind die eindringlichen Reportage-Fotografien. Die Bilder begegnen den porträtierten Menschen auf Augenhöhe und zeigen sie nicht als isolierte Museumsstücke, sondern als aktive, lebendige „Weltbürger“ im 21. Jahrhundert. Die Texte verbinden historische Fakten nüchtern mit ethnologischen Berichten.