
Vom Erzählen erzählen - diesen Titel wählte Hugo Loetscher für seine Münchner Poetikvorlesungen. Im Zentrum steht das Handwerk: "Poetik als Baugrube und Bücher als Boden unter den Füssen". Indem Loetscher anhand von Beispielen aus seinem Schaffen arbeitet, entsteht zugleich ein faszinierender Kommentar zum eigenen Werk. So konkret die Ansätze seine poetologischen Überlegung sind, sie führen zu grundsätzlichen Fragen wie zur Ironie - die die Fiktion stets daran erinnert, Fiktion zu sein -, zur Simultaneität, Überlegungen zu einer Sprache, die nicht nur "einen Mund hat, sondern auch Ohren", oder zum Verhältnis von Metapher und Begriff. Aber auch dort, wo Loetscher Theoretisches aufgreift, bleibt er immer zugleich Erzähler, so dass seine Vorlesungen auch ein Stück erzählender Literatur sind.