
Das Buch untersucht die Praxis administrativer Zwangsmaßnahmen im Kanton Appenzell Ausserrhoden zwischen 1884 und 1981. Es beleuchtet, wie Behörden Menschen in sogenannte Versorgungsanstalten eingeliefert, untergebracht oder anderweitig beaufsichtigt haben — oft im Namen von Fürsorge, Ordnung oder Schutz. Schwerpunktmäßig werden rechtliche Grundlagen, institutionelle Strukturen und die praktische Umsetzung solcher Maßnahmen dargestellt. Die Autorinnen/Autoren analysieren dabei soziale, medizinische und politische Motive sowie die Auswirkungen auf Betroffene und deren Familien. Zudem werden Fallbeispiele und lokale Archive ausgewertet, um historische Kontinuitäten und Veränderungen im Umgang mit „Gefährdeten“ oder „Fürsorgebedürftigen“ nachzuzeichnen. Abschließend reflektiert das Buch die gesellschaftlichen Debatten und die langfristigen Folgen dieser Politik bis in die späten 1970er/1980er Jahre.