Diese Seiten sind ein Bruchstück aus den
»Liebeswerten Memoiren«, die der Marqués de Bradomín, schon hochbetagt, im Exil zu schreiben begann. Ein wunderbarer Don Juan. Der wunderbarste vielleicht von allen.
Er war hässlich, katholisch und empfindsam.
Der Marqués liebt, mit dem Vorsatz, sie zu verführen, die dem Kloster anverlobte Tochter einer florentinischen Prinzessin. Die künftige Gottesbraut willigt in eine letzte Begegnung ein, lässt sich aber von ihren kindlichen Schwester begleiten. Diese stürzt aus dem Fenster und stirbt: ein tragischer Unglücksfall. Die angehende Nonne, überzeugt, dem Leibhaftigen ihr Ohr geliehen zu haben, läuft schreiend davon.
Doch nicht das Don- Juan- Thema, das die Liebeshandlung trägt, ist das Wesentliche dieser Sonate. Wie in nahezu allen Werken Valle- Incláns besticht auch hier vor allem der Reichtum seines sprachlichen Ausdrucks, seine stilistische Vollkommenheit: Seine melodische Prosa ist eine melancholische, die feinsten Schwingungen und Regungen vermittelnde Sprache.