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Mell: Apostelspiel

7173600
  • Autor: Max Mell
  • Verlag: Insel, Leipzig
  • Zustand: Gut
  • Sprache: Deutsch
  • Art: Gebunden
  • Anzahl Seiten: 63
  • Jahrgang: o. J. (um 1937) IB

  • Zustandsbeschreibung:

    Rücken leicht nachgedunkelt, Rücken unten etwas lädiert, Oberschnitt minim braunfleckig, Anfangsseiten Oberschnitt ein unscheinbarer kleiner Riss, ein paar Seiten am Bund gelbfleckig

SFr. 7.00
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Beschreibung

In Frakturschrift

Insel-Bücherei Nr. 167, 31. - 40. Tausend, [2]

Das Apostelspiel

Leseprobe:

Vor den Vorhang der Schaubühne tritt EIN ALTER MANN. Er trägt längliche Kleidung, wie sie in den Alpen üblich ist; auf dem Haupt einen hohen, breikrempigen Filzhut, in der Hand einen Alpenstock; und spricht:

Ich tritt herein, ich alter Mann,

Unser Spiel euch zu zeigen an,

Das wir heut abend euch bereiten.

Seinen Namen will ich euch andeuten.

Nach den Zwölfboten ist es genannt,

Den heiligen, welche der Herr gesandt,

Mit seinem Beispiel und seinen Lehren

Sein Reich auf Erden zu gründen und mehren.

Da fragt wohl einer: Was ward denn gewonnen,

Da sie solches Werk begonnen?

Sie müssen es haben schlecht getan,

Da wir es nirgends treffen, an,

Nirgends sehn seine Wunder und Zeichen,

Nicht seinen Herzog noch seinesgleichen.

Wo ist es denn, fragt wohl mancher aus euch,

Das sie vorbeireitet, das Reich?

Das nirgends das Reich ist aufgericht',

Da ist die Schuld der Zwölfboten nicht,

Das liegt an uns und das liegt an allen,

Die wir gestrauchelt sind und gefallen

Und Beute geworden dem grossen Tier,

Das in Frevel gemästet haben wir.

Jetzt hält es uns nieder mit seinen Pranken

Und wühlt sein Zahn in unsern Flanken...