
Morgens 9 Uhr nach Cagnes abgereist, wo ich Renoir besucht habe.
Er sass allein in seinem grossen schmucklosen weissen Esszimmer und sah auf die Berge. Ein kleines Männchen, trocken, ganz weiss, das Gesicht erinnert ein wenig an den Papst von Tizian in Neapel, aber ohne méchanceté, wenn auch malin. Gutmütig, aber er kann boshafte Dinge sagen. Seine Frau ein wenig die Art der Frau Hildebrand, aber ohne jede Pose, energisch für ihren bonhomme eintretend.
Ich habe ihn seit länger als zehn Jahren nicht gesehen. Die Hände sind entsetzlich verkrüppelt, die Finger Spiralfedern. Er steckt den Pinsel dazwischen und malt jeden Tag, tout le temps, je ne sais pas comment.
»Ich habe nie so viel gemalt als jetzt.« Schätzt das ŒUvre auf Milliers. Es war ein merkwürdiger Eindruck, dieses kleine Mädchen zu sehen, das der Welt diese Kunst geschenkt hatte.