Sechs Jahre verbrachte Clara Rojas, zusammen mit Ingrid Betancourt von den FARC verschleppt, im Dschungel von Kolumbien. Jetzt erzhlt sie ihre Geschichte.
Ingrid Betancourt wollte am nächsten Tag nach San Vicente del Caguán aufbrechen. Allen Anwesenden war klar, dass es sich bei dieser Reise um eine riskante Mission handelte, da die Guerilla in der Gegend aktiv war. Man diskutierte darüber, wer sie begleiten sollte. Irgendwann wandte Ingrid sich an mich und fragte:
»Clara, würdest du mitkommen?« Ohne zu zögern, sagte ich:
»Selbstverständlich. Wann soll es losgehen?«
Die Reise sollte eigentlich nur zwei Tage dauern. Doch am 23. Februar 2002 beginnt für Clara Rojas, Weggefährtin und Wahlkampfhelferin von Ingrid Betancourt, ein Martyrium, das sechs lange Jahre andauern wird. Sie wird von Guerilleros gefangen genommen und in den Dschungel verschleppt. Nach 2147 Tagen in der Gewalt der FARC ( »Revolutionäre Streitkräfte Kolumbiens«) wird sie freigelassen. In der Gefangenschaft hatte sie unter menschenunwürdigen Bedingungen ein Kind zur Welt gebracht.